Photovoltaik ist nicht nur ein Thema für Neubauten. Solaranlagen eignen sich auch sehr gut für ältere Gebäude. Denn Altbauten bieten oft ein enormes Potenzial – sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Voraussetzungen erfüllt sein sollten, welche Kosten entstehen und wie Sie das Maximum aus Ihrer Photovoltaikanlage im Altbau herausholen.
Kann man eine Solaranlage auf ein altes Dach bauen?
Die kurze Antwort: Ja. Die lange Antwort: Viele Altbauten verbrauchen mehr Energie als moderne Gebäude. Genau hier liegt darum eine grosse Chance. Denn je höher der Stromverbrauch im Haushalt, desto mehr des selbst produzierten Solarstroms kann direkt genutzt werden. Dieser sogenannte Eigenverbrauch ist wichtig für die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage. Dabei wirkt sich jede selbst erzeugte Kilowattstunde direkt auf die Stromrechnung aus. Statt Strom aus dem Netz zu beziehen, nutzen Sie Ihre eigene Energie vom Dach. Darum kann und sollte man eine Solaranlage auch – wenn es denn die Umstände erlauben – auch auf ein älteres Dach installieren.
Hinzu kommt der Vorteil, dass eine Photovoltaikanlage den Wert der Immobilie steigert und sie unabhängiger von zukünftigen Energiepreisentwicklungen macht.
Wie alt darf das Dach für eine PV-Anlage sein?
Das Dach sollte noch lange genug intakt bleiben, um die geschätzte Lebensdauer einer Photovoltaikanlage von rund 25 Jahren abzudecken.
Voraussetzungen – Ist Ihr Altbau für eine Photovoltaikanlage geeignet?
Nicht jeder Altbau eignet sich automatisch für eine Solaranlage, aber die meisten Gebäude bringen gute Voraussetzungen mit sich. Darauf sollten Sie achten:
Dachzustand und Statik
Der wichtigste Punkt ist das Dach. Es sollte sich in einem stabilen Zustand befinden und noch genügend Lebensdauer haben. Ist eine Dachsanierung ohnehin geplant, lohnt es sich, diese gleich mit der Installation der Photovoltaikanlage zu kombinieren. Die zusätzliche Last durch die Solarmodule ist in der Regel gering, dennoch darf eine statische Prüfung nicht fehlen.
Dachausrichtung und Neigung
Optimal ist eine Südausrichtung mit einer Neigung zwischen 20 und 35 Grad. Doch auch Dächer mit Ost- oder Westausrichtung können geeignet sein. In solchen Fällen kann sich die Stromproduktion gleichmässiger über den Tag verteilen. Selbst bei weniger idealen Bedingungen lässt sich eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung realisieren.
Verschattung
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Verschattung. Bäume, Nachbargebäude oder bauliche Elemente wie Kamine können Schatten auf die Module werfen und die Leistung reduzieren. Moderne Photovoltaiksysteme sind jedoch deutlich robuster gegenüber solchen Einflüssen als früher. Durch intelligente Steuerungssysteme kann ein Teil der Verluste ausgeglichen werden. Dennoch sollte eine sorgfältige Analyse im Vorfeld stattfinden, um Erträge realistisch einzuschätzen.
Technische Herausforderungen im Altbau
Im Vergleich zu Neubauten ist die Integration einer Photovoltaikanlage im Altbau technisch etwas anspruchsvoller. So ist die bestehende Elektroinstallation ein häufig vorkommendes Thema. In älteren Gebäuden sind Sicherungskästen und Leitungen teilweise nicht mehr auf dem neuesten Stand und müssen im Zuge der Installation angepasst werden.
Auch die Unterbringung technischer Komponenten wie Wechselrichter oder Batteriespeicher kann ein Thema sein. Je nachdem muss in einem Altbau individuell nach geeigneten Lösungen gesucht werden. In der Praxis finden sich jedoch fast immer passende Orte, beispielsweise im Keller, in der Garage oder in einem Bastelraum.
Kosten einer Photovoltaikanlage im Altbau
Die Kosten einer Photovoltaikanlage im Altbau hängen von der Grösse der Anlage, der Dachbeschaffenheit und dem Installationsaufwand ab. Wenn zusätzlich ein Batteriespeicher installiert wird, können weitere Kosten anfallen.
Im Altbau können darüber hinaus zusätzliche Aufwendungen entstehen. Das können beispielsweise Kosten für eine notwendige Dachsanierung, Anpassungen an der Elektroinstallation oder aufwendigere Gerüstkonstruktionen sein. Trotz dieser möglichen Zusatzkosten bleibt die Investition in vielen Fällen wirtschaftlich sinnvoll, insbesondere wenn Förderungen berücksichtigt werden.
Förderungen und gesetzliche Rahmenbedingungen in der Schweiz
Für Eigenheimbesitzerinnen und Eigenheimbesitzer von Altbauten ist insbesondere die sogenannte Einmalvergütung wichtig. Dabei handelt es sich um eine einmalige finanzielle Unterstützung, die einen Teil der Investitionskosten deckt und je nach Anlagengrösse unterschiedlich hoch ausfällt. Zusätzlich können Investitionen in Photovoltaikanlagen steuerlich geltend gemacht werden, was die effektiven Kosten weiter reduziert. Je nach Kanton oder Gemeinde stehen zudem weitere Förderprogramme zur Verfügung, die beispielsweise energetische Sanierungen oder Kombinationen mit Heizsystemen unterstützen.
Wichtig: Planen Sie frühzeitig, damit Sie alle verfügbaren Fördermöglichkeiten optimal nutzen können.
Eigenverbrauch optimieren – so rentiert die Anlage
Der Eigenverbrauch ist wichtig für die Wirtschaftlichkeit der Anlage. Je mehr des selbst produzierten Stroms direkt im Haushalt genutzt wird, desto weniger Energie muss aus dem Netz bezogen werden. Dadurch steigen die Einsparungen deutlich. Der Eigenverbrauch lässt sich auf verschiedene Weise erhöhen. So kann beispielsweise der Betrieb von Haushaltsgeräten gezielt in die Tagesstunden verlegt werden, in denen die Anlage Strom produziert.
Auch die Kombination mit einer Wärmepumpe kann den Eigenverbrauch deutlich steigern, da diese einen konstanten Strombedarf hat. Der Einsatz eines Batteriespeichers ermöglicht es zusätzlich, überschüssigen Strom zu speichern und zu einem späteren Zeitpunkt zu nutzen. Ebenso kann die Integration einer Ladestation für ein Elektroauto dazu beitragen, den Eigenverbrauch weiter zu erhöhen.
Gerade im Altbau ergeben sich hier so oft grosse Potenziale, da der Energiebedarf ohnehin höher ist als in modernen Gebäuden.
Photovoltaik in Kombination mit einer Renovation
Viele Altbauten stehen früher oder später vor Renovationen. Genau darin liegt eine grosse Chance für die Integration von Photovoltaik. Wenn beispielsweise eine Dachsanierung ansteht, kann die Solaranlage direkt mit eingeplant werden, wodurch sich Kosten und Aufwand bündeln lassen. Auch beim Ersatz einer alten Heizung durch eine Wärmepumpe bietet sich die Kombination mit einer Photovoltaikanlage an, um den benötigten Strom teilweise selbst zu erzeugen.
Darüber hinaus kann eine umfassende energetische Sanierung die Effizienz des Gebäudes deutlich steigern und die Nutzung von Solarstrom weiter optimieren. Durch die Kombination mehrerer Massnahmen entsteht oft ein besonders nachhaltiges und wirtschaftliches Gesamtkonzept.
Häufige Fehler bei Photovoltaik im Altbau
In der Praxis zeigen sich immer wieder typische Fehler, die sich jedoch vermeiden lassen. Einer der Fehler ist die falsche Dimensionierung der Anlage. Wird sie zu klein ausgelegt, bleibt ein Teil des Potenzials ungenutzt. Ist sie hingegen zu gross dimensioniert, kann die Wirtschaftlichkeit leiden, wenn ein grosser Teil des Stroms nicht selbst verbraucht wird. Auch eine unzureichende Analyse des Dachs oder möglicher Verschattungen kann zu geringeren Erträgen führen als erwartet. Ebenso wird der Eigenverbrauch oft unterschätzt, was die Rentabilität negativ beeinflussen kann. Eine sorgfältige Planung und professionelle Beratung sind daher essenziell für den langfristigen Erfolg der Anlage.
Fazit – Photovoltaik im Altbau ist eine starke Investition
Photovoltaik im Altbau ist nicht nur gut möglich, sondern auch höchst sinnvoll. Zwar kann die Planung etwas mehr Aufwand erfordern als im Neubau, doch die Vorteile überwiegen deutlich. Wer die technischen Voraussetzungen sorgfältig prüft und die Anlage gut plant, kann auch im Altbau langfristig von Solarenergie profitieren. Schlussendlich ist es nicht das Alter des Hauses, sondern die Qualität der Umsetzung, welche ausschlaggebend bei einer Solaranlage ist.
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